Weltcup-Finale in Strzegom - Oliver Townend/GBR in Führung

Auch wenn er zu den Besten der Welt gehört und mit seinen 26 Jahren schon einiges, zuletzt das CCI**** in Badminton, gewinnen konnte, eine kleine Überraschung ist das Dressurergebnis von Oliver Townend mit Flint Curtis schon. Bisher haben die beiden zwar fast immer ordentliche Dressuren gezeigt, beim CIC***-W in Gatcombe waren es -40,6, in Barbury Castle beim CIC*** waren es 46,4, doch die "Dreiziger-Marke" wurde noch nie unterboten. Mit berechtigten 29,6 Minuspunkten liegt er nun in Führung und gehört damit ab sofort auch zum absoluten Favoriten-Kreis bei der EM im September.

Das gute Ergebnis von Frank Ostholt und Air Jordan hingegen war weniger überraschend, denn bereits beim CCI**** in Luhmühlen beeindruckten die beiden mit einer sehr guten Dressur. Dadurch, dass die beiden Viersterne-Pferde Mr. Medicott und Little Paint in diesem Jahr eine Pause hatten, beiden geht es übrigens sehr gut und sie werden normal geritten, stand Frank Ostholt die Zeit zur Verfügung an ländlichen Turnieren teilzunehmen und in den Spezialdisziplinen Dressur (konnte sich sogar über Sieg in M-Dressur und einige Platzierungen freuen) und Springen (bis S-Springen) an Feinheiten zu arbeiten. "Air Jordan ist gereift wie ein guter Wein, genau im passenden Alter und dabei frisch genug. Auch mit dem harten Boden im Viereck ist er sehr gut zurecht gekommen und er war bis zum Ende sehr gut an den Hilfen und mit viel Ausdruck. Von dem polnischen Richter habe ich zusammen mit Oliver Townend die höchsten Punkte des Tages bekommen (80,77%), das schafft man ja auch nicht alle Tage," kommentiert Frank die guten Leistungen des Dressurtages.

Hinter Clayton Fredericks/AUS (Ben Along Time/3./-31,4) und Ruth Edge/GBR (P.C.Wilson74./-35,2) reihen sich Michael Jung mit La Biosthetique-Sam FBW (5./-35,6) und Dirk Schrade mit King Artus (6./-36,2) sowie der überraschend "dressurstarke" Mark Todd/NZL mit Gandalf (7./-37,9) und Andreas Dibowski mit Euroridings Butts Leon (8./-39,6) in eine Spitzengruppe ein, die sich sicherlich einen spannenden Wettkampf liefern wird. Auch die Ergebnisse von Kai Rüder mit Leprince dess Bois (12./-41,7) und Marina Köhncke mit Calma Schelly (16./-44,8) sind sehr gut, für einen Sieg dürfte es aber eher nicht mehr reichen.

Mit Spannung wird nun das Gelände erwartet, das von Rüdiger Schwarz konzipiert wurde und angesichts der starken Spitzengruppe stellt sich die Frage, ob eine Entscheidung bzw. Verschiebung durch die Querfeldeinstrecke möglich ist? Auch hierzu Frank Ostholt: "Das ist sicher kein Dressurturnier hier. Das Gelände ist sehr schön aber auch sehr anspruchsvoll. Alle Aufgaben sind für die Pferde gut und früh zu erkennen. Es gibt viel zu springen und genug schwere, technische Abfragen. Wenn man hier einen "Lauf" hat wird man ein super Erlebnis haben, wenn man allerdings irgendwo aus dem Fluss kommt wird es schwer."

Etwas ganz besonderes haben sich die Macher der "Strzegom-Webseite" einfallen lassen: den Geländeritt kann man virtuell abgehen und dabei jeden Sprung mit einer sich drehenden Kamera begutachten. Auf jeden Fall sehr sehenswert! [ zum Geländeritt ]



Bericht: Gabriel Kolb

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