Ingrid macht's mit "Braxxi" zum vierten Mal

Bei der Schenefelder Vielseitigkeit gewinnt Ingrid Klimke wiederholt deutschen Einzeltitel
Auch der DM-Dritte Kai-Steffen Meier steht in EM-Equipe für Fontainebleau


Obwohl in Schenefeld bei der letzten Sichtung für die Vielseitgkeits-EM in Fontainebleau (23.-27. September) im abschließenden Springen der CIC3*-Prüfung nur noch drei Anwärter für einen Platz in der deutschen EM-Equipe starteten, war der Vielseitigkeitsausschuss des Deutschen Olympischen Kommitees für Reiterei (DOKR) um seine Aufgabe, das Championatsteam für Frankreich zu nominieren, nicht zu beneiden. Zwar hatten sich drei Kandidaten der Longlist, die nach der Hauptsichtung in Luhmühlen (CCI4*/CIC3*) gebildet worden war, schon beim Weltcup-Finale eine Woche zuvor in Strzegom erneut bewährt, der Startverzicht von Bettina Hoy (Rheine), deren Ringwood Cockatoo sich verletzt hatte und der Sturz im Gelände von Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Gadget de la Cere sorgten jedoch zumindest vorübergehend für Unsicherheit.

Im abschließenden Springen von Schenefeld war dann aber auf die "Asse" Verlass. Obwohl Kai-Steffen Meier (Waldbröl) mit TSF Karascada M (50,80 Strafpunkte) und Michael Jung (Horb) mit Weidezaunprofi`s River of Joy (48,0) die führende Ingrid Klimke mit Nullrunden unter Druck setzten, ließ sich die Olympiasiegerin nicht beirren. Sie nahm sich die Freiheit einen Springfehler zu machen, behielt aber mit FRH Butts Abraxxas (44,40) dn sicheren Vorsprung. Für die Münsteranerin war es nach 1999, 2000 und 2001 der vierte deutsche Meistertitel.

Im Anschluss an die Siegerehrung, bei der auch der Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher als Schirmherr anwesend war, wurde das deutsche Team für Fontainebleau nominiert. Es sind in alphabetischer Reihenfolge: Andreas Dibowski (Egestorf) mit Euroridings Butts Leon, Michael Jung mit La Biostetique Sam, Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas, Kai-Steffen Meier mit TSF Karascada M, Frank Ostholt (Warendorf) mit Air Jordan und Dirk Schrade mit Gadget de la Cere und King Artus. Erster Ersatzreiter ist Peter Thomsen (Lindewitt) mit the Ghost of Hamish, weitere Ersatzpferde sind FRH Fantasia (Dibowski) und Parko. "Es war eine einstimmige, einhellige Entscheidung", sagte der DOKR-Ausschussvorsitzende Holger Heigel. "Bei Kai-Steffen Meier fiel die Entscheidung aufgrund seiner Steigerung in der Dressur und seiner Perspektive in Richtung WM Kentucky 2010", erklärte Bundestrainer Hans Melzer, der zudem darauf hinwies, dass die DM in Schenefeld keine EM-Qualifikation war sondern als dritte Sichtung zur Formüberprüfung der Pferde diente. "Und Dirk Schrade hat zwei tolle Pferde zur Hand, die bestens in Schuss sind. Insofern fiel sein unglücklicher Sturz im Gelände nicht ins Gewicht."

Turnierleiter Hinrich Groth war froh und erleichtert, dass die Veranstaltung diesmal trotz einiger Stürze ohne große Vorkommnissse über die Bühne ging. Auch das wechselhafte Wetter trübte seine Stimmung nicht, zumal just zur Siegerehrung am Sonntag die Sonne durch die Wolkendecke brach. Ein Termin für das nächste Jahr gibt es jedoch noch nicht. Groth will erst sichergestellt haben, dass das Weltcup-Finale im Spätherbst stattfindet, so dass er im Vorfeld der WM in Kentucky (25.9.-10.10.) ein attraktives Starterfeld präsentieren kann. "21 Teilnehmer im CIC3* wie in diesem Jahr kann und will ich meinen Sponsoren und den Zuschauern nicht noch einmal zumuten", sagte Groth.

Hinweis: Im Laufe des Montags erscheint unser Video-Bericht von den deutschen meisterschaften in Schenefeld.



Bericht: Manfred Bode (Veranstalter) / Bild: Gabriel Kolb

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