Julia Krajewski 2. im CIC***W Malmö/SWE

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Einen sehr schönen und wohl auch sehr wichtigen Erfolg konnte Julia Krajewski beim Weltcupturnier im schwedischen Malmö feiern. Mit After the Battle xx, einem argentinischen Vollblüter, brachte sie nämlich fast (-3,6 kamen im Gelände dazu) ihr gutes Dressurergebnis von nur 43,7 Minuspunkten ins Ziel und wurde damit Zweite. Zusammen mit den guten Ergebnissen bei den CIC*** in Wiesbaden / Marbach und dem tollen 4. Platz beim CCI*** in Boekelo 2010 kann man den Vorbeilaufer beim CCI*** Strzegom nun tatsächlich als "Ausrutscher" werten und die Chancen auf eine EM-Teilnahme dürften sehr gut sein.

Eigentlich war das Turnier für alle möglichen EM-Teilnehmer ein Pflichttermin, aus verschiedenen Gründen sind aber nicht alle EM-Aspiranten am Start gewesen: FRH Fantasia mit Andreas Dibowski, La Biosthetique Sam FBW mit Michael Jung und FRH Schorsch mit Julia Mestern gelten bereits als "gesetzt", müssen also keine weiteren Leistungen erbringen.

Das Deutsche-Meister-Paar Franco Jeas und Andreas Ostholt sollte als Vorbereitung auf die EM und in Absprache mit den Bundestrainern eine leichtere Prüfung gehen, war also im CCI** am Start. In der Vergangenheit zeigte sich bei Franco Jeas, dass der Wechsel zwischen anspruchsvollen und leichteren Prüfungen sehr gut tut, weil sich der Wallach in einer leichteren und ruhig angelegten Prüfung sehr gut entspannt und in der Folge sehr konzentriert und nervenstark an die nächst größere Aufgabe gehen kann.

Wegen einer Verletzung an der Hand konnte Dirk Schrade leider seine beiden Pferde King Artus und Hop and Skip nicht an den Start bringen, Little Paint hat wegen einer leichten Verletzung nach Luhmühlen etwas Trainingsrückstand und wurde von Frank Ostholt in Malmö nur etwas dressurmäßig trainiert und Calma Schelly, das Top-Pferd von Marina Köhncke, laborierte nach Sahrendorf an einer leichten Verletzung und sollte am vergangenen Wochenende noch geschont werden. Für alle zuletzt genannten steht nächste Woche das CIC** in Bad Harzburg als Formüberprüfung auf dem Programm.

Eine bittere Pille musste noch vor Beginn der Prüfung Michael Jung schlucken, als sein Weidezaunprofis River of Joy nach der langen Fahrt eine leichte Lahmheit zeigte - der weite Weg aus dem Schwarzwald war umsonst.


Aus deutscher Sicht verlief das CIC***W dann sehr erfreulich, auch wenn man sich im abschließenden Springen sicherlich ein paar Fehler weniger gewünscht hätte.

Nach der Dressur in Führung musste Simone Deitermann leider ihren Free Easy einmal an einer schmalen Hecke vorbei laufen lassen, im Parcours kam ein Abwurf hinzu und am Ende war es dann nur Platz 22, obwohl die Leistung eigentlich gut war. So nahe liegen eben "Sieg und Niederlage" beisammen. Da Simone in dieser Saison nicht gerade vom Glück verfolgt ist und deshalb ohnehin als Reservistin für die EM geführt wurde, plant sie nun einen Start beim CCI**** in Burghley/GBR.

Ingrid Klimke, die seit Aachen endlich wieder voll einsatzbereit ist und nicht mehr an den Folgen des Badminton-Sturzes laboriert, zeigte wieder eine sehr gute Dressur und einen super aufgelegten Abraxxas im Gelände. Als Führende hatte sie dann aber leider drei Abwürfe im abschließenden Springen und fiel auf Platz 5 in der Endabrechnung zurück. Durch diese Leistung wird sie aber sicher gute Chancen auf eine EM-Teilnahme haben und sogar zu den Kandidaten auf eine vordere Platzierung gehören.

An Ingrid vorbei auf Platz 3 zog Kai Rüder mit Leprince des Bois. Er brachte damit seine Platzierung nach der Dressur ins Ziel obwohl er im Gelände nicht alles forderte und im Springen zwei Abwürfe hatte. Auch Kai Rüder hat damit wohl die Erwartungen der Bundestrainer erfüllt und kann weiter auf eine EM-Teilnahme hoffen.

Eine sehr solide Leistung zeigte EM-Kandidat Peter Thomsen, der in diesem Jahr übrigens seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, mit Horseware's Parko und Horseware's Barny. Besonders überzeugend ritt Peter mit beiden Pferden im Parcours und damit in die Platzierung. Horseware's Parko verbesserte sich vom 15. Platz nach der Dressur auf Rang 6 und Horseware's Barny platzierte sich am Ende auf Rang 8, wobei das Gelände auch hier nicht auf Bestzeit angelegt war.

Sandra Auffarth, die in diesem Jahr mit Opgun Louvo bereits 2. beim CIC*** in Marbach und 2. beim CCI**** in Luhmühlen war, zeigte sich nach der Dressur nicht 100% zufrieden, im Gelände blieb sie bewusst etwas über der Zeit aber fehlerfrei an den Sprüngen, genauso wie im abschließenden Parcours. Platz 9 und ein guter Eindruck sind der Lohn der Mühe. Sandra Auffarth wird spätestens nach diesem Auftrtitt nicht nur als sichere EM-Kandidatin gehandelt sondern schon jetzt von vielen als mögliche Team-Reiterin genannt.

Perspektivgruppen-Reiter Benjamin Winter, der als einer der EM-Reservisten am Start war, dürfte wohl immer noch Chancen auf eine EM-Teilnahme haben. Nach dem 9. Platz beim CIC*** Marbach und dem 10. Platz beim sehr schweren CCI*** in Bramham/GBR zeigte er mit Wild Thing Z auch in Malmö eine gute Leistung und beendete, trotz ebenfalls ruhiger angelegter Geländerunde, auf Platz 11.

Nicht in Richtung EM aber auch in Malmö am Start war Beeke Kaack mit Judy. Nach dem 28. Dressurrang zeigten die Beiden ein sehr gutes Gelände und einen fehlerfreien Parcours, am Ende reichte es aber nicht mehr für eine Platzierung (14.).

Sehr gut präsentierten sich auch in der anspruchsvollen Prüfung die drei jungen Pferde Oliver Cael mit Kai Rüder (16.), So is et mit Andreas Ostholt (21.) und Sir Medicott mit FRank Ostholt (24.), wobei der letzt genannte Frank Ostholt nicht ganz happy ist, denn er wurde Opfer der neuen "Fragile-Pins-Regelung". Diese besagt, dass man sich 21 Minuspunkte anschreiben lassen muss, wenn man beim Überwinden eines Sprunges den Fragile-Pin auslöst und die Stange nachgibt. So passiert an Sprung 14 als Sir Medicott mit einem Hinterbein an die vordere Stange eines Oxers trat.


Das paralell ausgetragene CCI** konnte Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon gewinnen, an 6. Stelle platzierte sich Sandra Auffarth mit Parancs und Nicolai Aldinger, für den es besonders um ein Quali-Ergebnis für das CCI*** in Boekelo ging, konnte sich mit Incaletta CH an 9. Stelle platzieren.

Andreas Ostholt und Franco Jeas wurden übrigens 14. im CCI**. Wegen des ganz bewusst sehr ruhigen Geländes (-31,6) reichte es trotz guter Dressur und fehlerfreiem Parcours zwar nicht für einen besseren Platz, die Bundestrainer dürften aber mit Blick auf die EM mit der Leistung zufrieden sein.


Am Montag 08/08/11 wird es nun spannend, denn der VS-Ausschuss wird darüber entscheiden welche 12 Reiter bei der EM antreten sollen. Wer am Ende dann als Einzel- bzw. Mannschaftsreiter antreten wird, entscheidet sich üblicherweise nach der ersten Verfassungsprüfung.

Bericht: GK